25 Jahre dgw – Der Biermarkt ist tot. Es lebe der Biermarkt!

In den frühen Neunzigern – ein Zeitabschnitt der sehr prägend war – schien nichts unmöglich. In Südafrika wurden die Apartheidgesetze abgeschafft, der Warschauer Pakt wurde aufgelöst, Namibia wurde unabhängig, die Mauer war bereits gefallen, Deutschland wurde wieder vereint. Der Grüne Punkt wurde eingeführt, die Verordnung trat 1991 in Kraft. In Deutschland herrschte Aufbruchstimmung, die sogenannte New Economy entstand. Sieben Jahre zuvor –1983 – wurde die dgw geboren, ein Magazin für die gesamte Getränkebranche.

Auch 1983 machte sich bereits Aufbruchstimmung breit. Mit 5,6 Prozent Stimmen und 27 Abgeordneten ziehen „Die Grünen“ in den deutschen Bundestag, der Stern veröffentlicht die umstrittenen gefälschten Hitler-Tagebücher. Die dgw will den Markt durchleuchten, Daten und Fakten für Getränkeprofis liefern und dies nicht nur für das Segment Bier.
Heute 25 Jahre später, wo sich die „Gesetze“ für die Printmedien im Markt und die Unternehmenskultur gravierend verändert haben, ist der redaktionelle Anspruch unverändert und der USP geblieben.
So hat jede Zeit ihre „keyfacts“ und auch der deutsche Biermarkt kann sich den Veränderungen nicht entziehen: Biermischgetränke – einst ein Stein des Anstoßes – sind längst nicht mehr tabu. Bier in Dosen spielt mittlerweile in Deutschland nur noch eine marginale Rolle – ebenfalls einst ein Stein des Anstoßes. Bier in PET konnte sich nicht wirklich durchsetzen. Und vor 25 Jahren gab es hier zu Lande fast nur Familienbrauereien, heute ist die deutsche Brauereilandschaft konzerndominiert – eine Bier-Zeitreise durch 25 Jahre deutsche getränke wirtschaft.

Die heutigen Absatzprobleme und Unternehmenskonzentrationen insbesondere in der deutschen Brauwirtschaft haben zwar schon vor einem Vierteljahrhundert einige wenige Marktkenner vorhergesagt, aber diejenigen die diesen Fakt schon in den 80er Jahren prognostizierten, genossen nicht selten den Ruf weltfremder Spinner und Nestbeschmutzer, die von ihren Branchenkollegen belächelt oder gar angefeindet wurden. Aber damals wurde auch der Euro von einem seinerzeit prominenten CSU-Politiker als „Esperanto-Geld“ bezeichnet – heute bezahlen wir schon seit geraumer Zeit mit ihm und er ist mit die stärkste Währung der Welt (kleine Fehleinschätzung, Herr Gauweiler! Aber Sie zahlen wohl noch mit Reichsmark …) – und die bald folgende Wiedervereinigung und gar den Zusammenbruch des Sowjet-Reiches konnte sich keiner so richtig vorstellen.
Vielen ist das Lachen über frühere Prognosen mittlerweile vergangen, die Globalisierung ist kein Fremdwort und nach ihrem Einzug in die Wirtschaft auch in den bundesdeutschen Sprachgebrauch eingedrungen – auch wenn dies noch nicht alle Deutschen verinnerlicht haben (siehe aktuell Nokia). 1983 – im Grün…

Die vollständige Redaktion finden Sie in unserer Print-Ausgabe 06-07/2008