ProWein 2000: Das war Spitze

Rheinmetropole präsentiert künftig die erste Ordermesse für Europa

von Timur Dosdogru

“Die Leute haben uns die Bude eingerannt” – dieser Satz war während der ProWein in Düsseldorf öfter zu hören, wenigstens an den ersten beiden der insgesamt drei Messetage. Tatsächlich ist die Internationale Fachmesse für Weine und Spirituosen mittlerweile so international und groß geworden, dass sie den beiden anderen bedeutenden Messen in Italien und Frankreich in Sachen Renommee gefährlich auf den Pelz gerückt ist. Angesichts der rund 21.000 Fachbesucher und der über 2500 Aussteller aus 33 Ländern wird sich mancher möglicherweise nach beschaulicheren Zeiten zurück gesehnt haben. Rund 3000 Besucher waren aus dem Ausland gekommen – ein neuer Rekord gegenüber 2200 Besuchern im Vorjahr.

Aber obwohl die ProWein in diesem Jahr für alle Beteiligten eine besonders schweißtreibende Angelegenheit war, ließ sich fast nur höchstes Lob vernehmen. Bereits am ersten Messetag wurde schon von guten Geschäftsabschlüssen berichtet, waren die Entscheider und Einkäufer in Scharen ausgeschwärmt. Wie bereits in den Vorjahren, wurden besonders die hohe Kompetenz und Professionalität der Fachbesucher gelobt, die diesmal auch häufig aus Amerika oder Asien angereist waren. Klar, einige schwarze Schafe und Pegeltrinker, die sich, wie auch immer, den Eintritt als Fachbesucher erschleichen, waren besonders am ersten Tag in den heiligen Hallen unterwegs, wohl begünstigt durch den Umstand, dass dieser ein Sonntag war.

Deren Zahl war aber schon am Folgetag merklich reduziert. Trotz bestimmter Spitzenzeiten, in denen der Ansturm auf die Stände besonders groß war, herrschte eine gute Atmosphäre, die qualifizierte und ausführliche Gespräche bei einem “edlen Tropfen” Wein oder Sekt ermöglichte. Der letzte Tag zeigte sich merklich ruhiger, trotzdem ergaben sich immer noch viele Kontaktmöglichkeiten, weil die meisten Inhaber und Entscheider auf Ausstellerseite überwiegend bis zum Abend wacker an ihren Ständen ausharrten. Besonders leidgeprüft waren aber auch die zahlreichen Fachjournalisten aus dem In- und Ausland, weil sich zu den diesmal besonders vielen Standeinladungen auch zu viele reguläre Pressekonferenzen gesellten – auf Fachmessen eine Unsitte, die von der schreibenden Zunft immer wieder beklagt wird, an der aber leider immer noch (zu) viele Unternehmen festhalten: ein ausgesprochener Ungemütlichkeitsfaktor hinsichtlich der ohnehin schon engen Terminplanung.

Besonders im Mittelpunkt und im Interesse der Facheinkäufer stand selbstredend der Jahrgang 1999, der in fast allen Weinbauländern der Welt gute bis hervorragende Qualitäten in ausreichenden Mengen hervorgebracht hat. Gefragt waren vor allem Weine und Spirituosen aus Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien, aber auch die Präsenz der Produkte aus Übersee (Amerika, Argentinien, Chile, Uruguay, Australien, Neuseeland, Südafrika) wie auch aus Osteuropa hatte im Vergleich zu den Vorjahren deutlich zugenommen. Allerdings herrschte überwiegend Einigkeit in einem Punkt: größer dürfe die ProWein eigentlich nicht mehr werden, weil die Messe dann ihre Attraktivität aufgrund der ihr eigenen, (noch) gemütlichen Atmosphäre verlieren könne.

Trotzdem wird für das nächste Jahr weiteres Wachstum erwartet, weil bereits auch der Termin an den Monatsanfang vorverlegt wurde, was die ProWein dann europaweit als erste wichtige Ordermesse im Jahr adeln würde. Als Publikumsmagnet erwies sich unter anderem auch diesmal wieder die internationale Verkostung, bei der rund 1000 Weine aus aller Welt angestellt worden waren. Auch das Thema “Sushi und Wein” vom Deutschen Weininstitut (DWI), bei dem anschaulich demonstriert wurde, wie gut deutsche Weine mit asiatischer Küche harmonieren, ließ den DWI-Stand täglich zweimal beinahe auseinander brechen. Da war dem DWI auch der japanische…

Vermerk: Die vollständige Redaktion finden Sie in unserer Print-Ausgabe 4/2000.