Branchengeschehen

von Monika Busch

Seit dem 1. März dieses Jahres firmiert die IGM, Importgesellschaft großer Markengetränke mbH als PR Deutschland GmbH. Um die Zugehörigkeit zu den Anteilseignern, der Gruppe Pernod Ricard International zu vereinheitlichen, wurde das Firmenlogo aktualisiert. Alle sonstigen Firmendaten bleiben unverändert. Desweiteren ist die PR Deutschland GmbH uneingeschränkter Rechtsnachfolger der IGM GmbH und übernimmt alle Aktiva und Passiva.

Die Deutsche Sinalco GmbH hat sich der “Pfand light” – Aktion für PET-Mehrwegflaschen – angeschlossen. Fällig werden jetzt DM 6,60 statt bisher DM 13,40 für einen Kasten Erfrischungsgetränke.

“Wir können nur dringend hoffen, dass die Verbraucher das Angebot nicht annehmen werden”, kommentierte Dr. Gerhard Timm, Bundes- geschäftsführer des B.U.N.D. die Listung der 0,33 l PET-Flasche der Karlsberg-Brauerei bei Wal-Mart, Kaufhof sowie in verschiedenen Supermarktketten von Edeka über Lidl bis zu Tengelmann. Walter Jungbauer, Abfall-Experte des B.U.N.D.: “Das Resümee ist klar. Wenn ein Verbraucher ökologisch handeln und die unvergleichliche Brauereivielfalt in Deutschland erhalten will, sollte er bei seiner gewohnten Glas-Mehrweg-Flasche aus einer regional ansässigen Brauerei bleiben. Einweg-Varianten schneiden immer schlechter ab.”

Die Durchführung der Qualitätsprüfungen des Mehrwegsystems des Verbandes der deutschen Fruchtsaft-Industrie (VdF) werden künftig von der Verpackungsprüfstelle der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin (VLB) durchgeführt.

Scottish & Newcastle, die größte Brauerei Großbritanniens scheint sich auf den Kernbereich Bier und Pubs zu konzentrieren. Einer Meldung der FAZ zufolge trennt sich das Unternehmen von seinen Feriengesellschaften Center Parcs und Pontins Holiday Camps. Mit diesem Verkauf rüstet sich das Unternehmen für den harten Wettbewerb im internationalem Biermarkt, der Kaufpreis für Kronenburg ist nicht unbedingt mit “Peanuts” zu bezeichnen. Der Eintritt in den deutschen Markt wurde erstmalig auf der Internorga 1999 durch die deutsche Niederlassung forciert.

Aufgestiegen zur zweitgrößten Brauereigruppe Europas istScottish & Newcastle nun durch den Erwerb der französischen Brauerei Kronenbourg und der belgischen Biermarke Alken Maes, von denen sich der Nahrungsmittelkonzern Danone trennt. Aufgrund des 40-prozentigen Marktanteils von Kronenbourg ist die Europäische Kommission aktiv geworden. Derzeit laufen Ermittlungen wegen Preisabsprachen in Frankreich gegen Heineken und Danone. Der Kaufpreis von rund 1,5 Milliarden Mark soll in Aktien, “Money” und mit einer Beteiligung in Höhe von 25 Prozent an Scottish & Newcastle beglichen worden sein. Zudem brodelt die Gerüchteküche. Beispielsweise sollen Gespräche mit Carlsberg zwecks Prüfung von “Synergieeffekten” beziehungsweise Übernahmen stattgefunden haben. Von beiden Unternehmen wird dieses heftigst dementiert.

Im britischen Biermarkt bleibt es weiterhin spannend. Die zweitgrößte Brauerei Großbritanniens, die Bass plc., will aus dem Biergeschäft aussteigen und sich künftig als “Big Player” im internationalen Hotelgeschäft (Übernahme von Inter-Continental und Holiday Inn) betätigen. Internationale Bierkonzerne scheinen “Schlange” zu stehen. Als Interessenten gelten Heineken, Carlsberg South African Breweries ebenso Anheuser-Busch und Interbrew. Analysten zufolge beträgt der Wert von Bass plc. zwischen 1,8 und zwei Milliarden Pfund (ca. 5,4 Mrd. DM). Ein weiteres Gerücht kursiert um Miller Brewing. Der in den USA ansässige Konzern will angeblich seine Aktivitäten in Europa einschließlich Deutschland neu strukturieren und soll zu diesem Zweck bereits Kontakt mit Heineken N.V. den Vertrieb betreffend aufgenommen haben. Spekuliert wird weiter, dass möglicherweise die “Mutter” Philip Morris, unter anderem die Biersparte abstoßen will.

Unter dem Motto “Schnaps ist doch nicht gleich Schnaps” warnt der Bundesverband der Obstverschlussbrenner vor Spirituosen, bei denen aufgrund ihrer Aufmachung eine Verwechselungsgefahr mit Obstbränden aus reinen Obstdestillaten besteht. Zunehmend würden hier zu Lande Spirituosen auf den Markt gelangen, welche im Erscheinungsbild beispielsweise an Kirschwasser oder Williams erinnern. Tatsächlich würden diese jedoch mit billigem Neutralalkohol gestreckt, gezuckert und künstlich aromatisiert.

Was Nobelmarken billig ist, ist Mineralbrunnen teuer: der Schutz ihrer Markenrechte. Rund eine halbe Milliongefälschter Mineralwasserflaschen beförderte jetzt eine Dampfwalze nach dem Beschluss des Landgerichtes Frankfurt/Main ins Recycling-Jenseits. Ein Hersteller von Tafelwasser war für diese Plagiate verantwortlich, die in Form und Farbe der grünen Mineralwasserflasche entsprachen. Die Genossenschaft Deutscher Brunnen sah in diesen Plagiaten eine Verletzung ihrer eingetragenen Markenrechte. Die grüne 0,75-Liter-Flasche sowie die 0,7-Liter-Perlenflasche dürfen nur für natürliches Mineralwasser verwendet werden.

Von rund 3,5 Millionen Tonnen verkauftem Behälterglas in 1999 wurden 2,8 Millionen Tonnen einer Wiederwertung zugeführt. Dieses entspricht einer Recyclingquote von 80,6 Prozent. Grundlage ist die jährlich von der Gesellschaft für Glasrecycling und Abfallvermeidung GmbH (GGA) veröffentliche Statistik. Auf Weißglas entfielen 52 Prozent, 37 Prozent auf Grünglas und elf Prozent auf Braunglas.

Den Vertrieb von Maschio Prosecco und Grappa Piaveübernimmt ab April 2000 die Seagram Deutschland von der Jacquart Champagne Deutschland. Gleichzeitig übernimmt Jacquart von Seagram die Proseccomarke Gianni Kattus.