Expansionsdrang kratzt am Image der Premiumbiere

(tido) Die Unternehmensberater Wilhelm Kirchgässler und Stephan Kobes sind mittlerweile bekannt für ihre kritischen Thesen, die besonders die Brauer nicht immer erfreuen dürften. Diesmal haben die beiden Unternehmensberater den Begriff “Premium” aufs Korn genommen. Viel sei davon nicht mehr geblieben, höhnen sie. Der Expansionsdrang der Großbrauereien werde den selbsternannten Premiumbieren zum Grab ihres eigenen Anspruchs, heißt es. Sogar bei den Fernsehbieren rutschten die Preise, weil auch mit gigantischen Werbeetats sich kaum noch nennenswerte Marktanteile erzielen ließen. Sogar die Rezepturen seien in der Verdrängunsoffensive nicht mehr sicher. Die Folge: ein nivellierter Einheitsgeschmack und ein geräumtes Premiumsegment. Außer in den unzähligen penetranten Werbespots sei von der gerühmten Hochpreisigkeit der Biere nicht viel übrig geblieben. Schon traue sich manch einer aus der Monosorten-Riege nicht einmal mehr den Begriff “Pils” in den Mund zu nehmen. Und das zu Recht, habe kürzlich Seine Königliche Hoheit Luitpold Prinz von Bayern, selbst Spezialiätenbrauer, befunden, der in einem Fachartikel den Bittereinheiten der Elitebiere auf den Zahn fühlte. Das führende Bier Warsteiner beispielsweise sei weniger bitter als noch vor zehn Jahren ein bayerisches Helles. Hier sei man nur einem Geschmackstrend nachgegangen und habe aus dem Bier ein Helles gemacht. Den Brauern werde es schlicht zu eng, weil das Premiumsegment nicht mehr als 15 bis 20 Prozent vom Markt hergebe. Premium warte auf eine neue Besetzung, heißt es.